Wohnimmobilien im Wert von 2 Mrd. Euro zerstört oder beschädigt

133 Tote, über 5.500 zerstörte oder beschädigte Wohngebäude im Wert von rd. 2 Mrd. Euro. Das ist die traurige Zwischenbilanz der Flutkatastrophe im Ahrtal.

Von Jochem Kierig, Constantin Poretschkin und Dr. Matthias Nonnenmacher

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 kam es infolge des Regen-Tiefs „Bernd“ zu einer Flutkatastrophe an der Ahr, die zahlreiche Menschen das Leben kostete. Unzählige Gebäude, Wirtschaftsbetriebe und Infrastruktureinrichtungen wurden zerstört oder stark beschädigt.

Sprengnetter analysiert im Auftrag von Banken und Versicherungen die Betroffenheit der von diesen Unternehmen finanzierten bzw. versicherten Objekte (Betroffenheitsanalyse). Hierzu wertet Sprengnetter insbesondere Satellitendaten der betroffenen Gebiete sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Nordrhein-Westfalen aus. Diese erlauben Aussagen zu den durch die Flutkatastrophe überschwemmten Bereichen und auch zu Zerstörungen und Beschädigungen von einzelnen Gebäuden und Infrastruktur.

Insgesamt sind an der Ahr zwischen Schuld und Sinzig über 170 Gebäude vollständig oder teilweise zusammengebrochen. Bei mehr als 4.000 Objekten wurden in den Satellitenbildern zum Teil schwere Schäden an der Gebäudesubstanz festgestellt. Was aus den Satellitenaufnahmen nicht hervorgeht, aber schon aufgrund von Besichtigungen durch Bausachverständige bekannt ist: Viele dieser beschädigten Gebäude müssen aufgrund von Kontaminationen oder statischen Problemen abgerissen werden. Bei weiteren 1.200 Objekten muss auf Basis der Fernerkundungsdaten davon ausgegangen werden, dass diese wahrscheinlich ebenfalls strukturell beschädigt sind. Dabei dienen die großen Mengen von Trümmern und Geröll, welche die Sturzflut um die Häuser herum abgelagert hat, als gute Indikatoren für den Schadensgrad der Objekte.

Den Gesamtwert der betroffenen Wohnimmobilien im Ahrtal beziffert Sprengnetter auf über 2 Milliarden Euro. Das firmeneigene Wertermittlungstool „SprengnetterAVM“ setzt dabei Big Data und Künstliche Intelligenz ein, was die Wertindikationen von Immobilien ohne Vorort-Besichtigungen ermöglicht. In der Flutnacht wurden demnach Wohngebäude im Wert von knapp 50 Millionen Euro vollständig zerstört oder abgetragen. Der Wert von wahrscheinlich stark beschädigten Ein- und Mehrfamilienhäusern beträgt 1,6 Milliarden Euro. Darüber hinaus ist bei einem Immobilienvolumen von nahezu einer halben Milliarde Euro ebenfalls von teilweise schweren Gebäudeschäden auszugehen.

Bund und Länder haben bislang Staatshilfen für die Opfer der Flutkatastrophe in Höhe von 30 Mrd. Euro beschlossen. Es geht um den Wiederaufbau von Wohnhäusern und Unternehmen, aber auch von Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Schienen.

Zur Betroffenheitsanalyse siehe auch den Blogbeitrag: „Welche Immobilien sind von der Flutkatastrophe betroffen?

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