Überbewertungen von Wohnimmobilien auch außerhalb der Ballungsräume

Seit Jahren warnt die Deutsche Bundesbank vor deutlichen Preisübertreibungen in deutschen Städten. Dies trifft nun zunehmend auch auf Immobilien außerhalb der Ballungsräume zu.

Von Jochem Kierig

In ihrem Februarbericht 2021 ist die Deutsche Bundesbank zu dem Ergebnis gelangt, dass die Preise für Wohnimmobilien in den deutschen Städten nach wie vor zwischen 15 % und 30 % über den Werten liegen, die durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt sind. Es überrascht insoweit nicht, dass die Deutsche Bundesbank nun in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2021 schreibt, dass sie derzeit die Überbewertungen von Wohnimmobilien – gemessen an Fundamentaldaten – auf 10 % bis 30 % einschätzt. Neu ist jedoch, dass dies nicht nur für die deutschen Städte gilt. Dies träfe – so die Bundesbank – zunehmend auch auf Immobilien außerhalb der Ballungsräume zu.

Erneut weist die Deutsche Bundesbank vor diesem Hintergrund darauf hin, dass die Werthaltigkeit von Kreditsicherheiten entsprechend überschätzt werden könnte. Ein hoher Anteil von lang laufenden Krediten und Kapitalanlagen würde das deutsche Finanzsystem verwundbar gegenüber Zinsänderungsrisiken machen. Beispielsweise hätte rund die Hälfte der Bankkredite für Wohnimmobilien eine Zinsbindungsfrist von mehr als zehn Jahren. 

Quelle: Finanzstabilitätsbericht 2021 der Deutschen Bundesbank, Pressenotiz vom 25.11.2021

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